Anregungen zum Abschluss: «Arena»-Diskussion

(als Abschlussveranstaltung zum Thema Einbürgerung)

Ziele

Die Schülerinnen und Schüler bringen in einer Abschlussdiskussion ihr neu erworbenes Wissen zum Thema Einbürgerung zum Ausdruck. Sie zeigen ausserdem verschiedene Haltungen auf, die in dieser Frage eingenommen werden können. Dadurch werden die neuen Erkenntnisse vertieft und reflektiert. Die Schülerinnen und Schüler üben sich ausserdem in der Teilnahme an einer politischen Debatte, einer Fähigkeit, der in der politischen Bildung grosses Gewicht beigemessen wird.

Arbeitsform

Ausgangspunkt: Den Schülerinnen und Schülern wird ein (fiktiver) Initiativtext und ein (ebenfalls fiktiver) Gegenvorschlag des Bundesrates vorgelegt.

Einbürgerungen vors Volk (fiktiver Initiativtext)

Einbürgerungsgesuche von Ausländerinnen und Ausländern werden in letzter Instanz auf Gemeindeebene vom Volk bewilligt oder abgelehnt, ohne dass dafür eine Begründung abgegeben werden muss. Gegen diesen Entscheid gibt es kein Rekursrecht.

Einbürgerungen durch demokratisch gewählte Volksvertreterinnen und -vertreter oder durch die Verwaltung (fiktiver Gegenvorschlag des Bundesrates)

Variante 1: Einbürgerungen durch demokratisch gewählte Volksvertreterinnen und -vertreter
Einbürgerungsgesuche von Ausländerinnen und Ausländern werden in letzter Instanz von demokratisch gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Gemeindeparlamente oder –regierungen behandelt. Der Entscheid muss begründet werden. Antragsstellerinnen und Antragssteller können gegen den Entscheid Rekurs einlegen.

Variante 2: Einbürgerungen durch die Verwaltung
Einbürgerungsgesuche von Ausländerinnen und Ausländern werden in letzter Instanz von den legitimierten Verantwortlichen der Verwaltung behandelt. Der Entscheid muss begründet werden. Antragsstellerinnen und Antragssteller können gegen den Entscheid Rekurs einlegen.

In der Klasse: Es werden drei Gruppen gebildet, die sich für je einen der Vorschläge in einer Diskussion stark machen sollen. Es geht dabei nicht zwingend darum, dass die Schülerinnen und Schüler in einer Gruppe ihre persönliche Meinung vertreten.

Gemeinsam wird entschieden, über welche Hauptfragen zum Thema Einbürgerung diskutiert werden soll.

In der Gruppe: Die Sch. suchen in ihren Gruppen gemeinsam Argumente, mit denen sie ihre Position vertreten können. Sie überlegen ausserdem, welche Gegenargumente die andern vorbringen könnten und wie sie darauf reagieren wollen.

Zu den einzelnen Argumenten bereiten die Gruppenmitglieder als Gedächtnisstütze Kärtchen mit Notizen vor.

Die Gruppe bestimmt, wer an die «Stehpulte» geht (2–3 Sch.) und wer auf der «Tribüne» Platz nimmt.

In der Klasse: Wenn in der Klasse oft grössere Diskussionsrunden durchgeführt werden und es Schülerinnen oder Schüler gibt, die bereits Erfahrungen mit der Moderation gesammelt haben, kann die Diskussion z. B. von zwei Jungendlichen der Klasse geleitet werden. Ansonsten ist es sinnvoller, wenn die Lehrperson die Debatte moderiert.

Im Anschluss an die Diskussion muss eine Auswertung stattfinden. Schülerinnen und Schüler müssen Gelegenheit erhalten, ihre persönliche Meinung zu den Vorlagen und zur Debatte zu äussern.

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